ATSV
gewinnt Timelkamer Derby - Bericht von Milan Vidovic
TSV Timelkam - ATSV Timelkam 0:2
(0:1)


Es
war wieder einmal angerichtet - das Timelkamer Derby stand in der
zehnten Runde der 2. Klasse Süd auf dem Programm. Ehemals
trafen
die Mannschaften noch in der Landesliga aufeinander, nun versucht man
in der 2. Klasse den Wiederaufbau. Dem ATSV Timelkam scheint dies etwas
besser zu gelingen, immerhin ist die Mannschaft vor diesem Spieltag
Tabellenzweiter, der TSV nur Siebenter.
Auch
in der Vorsaison
trafen die beiden Teams aufeinander, damals in der 2. Klasse
Mitte-West, hatte es zwei Auswärtssiege gegeben. Diese Serie
setzte sich nun fort. Etwas mehr als 200 Zuschauer waren auf die
TSV-Anlage gekommen, so wenige wie selten, oder auch nie, zuvor.
Lustlos waren aber nicht nur die potenziellen Zuschauer, auch die
Spieler selbst schienen nicht bei der Sache zu sein. Das Feuer, das
sonst auf dem Platz zu spüren war, wenn es gegen die
Arbeitskollegen, Freunde oder auch Nachbarn ging, es ließ
diesmal
lange auf sich warten.
Das
Spiel beginnt weitestgehend
ausgeglichen. Schnell übernimmt der ATSV die Initiative, kann
den
Ball länger in seinen Reihen halten. Den ersten Torschuss gibt
aber der TSV ab, als ein Freistoß von Milan Vidovic in den
Armen
von Torhüter Christian Lechner landet. In Minute 13
schießen
dann die Gäste erstmals Richtung TSV-Gehäuse, doch
Philipp
Dobias kann den Schuss von Christoph Schöllnberger ohne
Mühe
entschärfen. In dieser Phase stehen beide Abwehrreihen gut,
lassen
nichts zu. Der ATSV war als klarer Favorit in dieses Spiel gegangen,
doch die Elf von Trainer Siegfried Lederbauer versteht es nicht, sich
von den Gegenspielern zu lösen.
Der
TSV ist vor allem bei
Kontermöglichkeiten gefährlich. Die beste Chance in
Halbzeit
eins hat Thomas Reich. Vidovic schickt Michael Frischauf am rechten
Flügel auf die Reise, dessen Flanke Richtung zweiter Stange
findet
mit Reich einen Abnehmer. Der Youngster steigt hoch, sein Kopfball geht
aber am Tor vorbei. Auf der anderen Seite finden die Gäste
immer
wieder kleinere Möglichkeiten vor, meist nach Standards,
getreten
von Hans Peter Schürrer. Er ist es auch, der eine
Eckball-Serie in
der 45. Minute ausführt. Drei Mal tritt Schürrer an,
der TSV
verabsäumt es immer wieder, den Ball aus der Gefahrenzone zu
bringen, hat sogar Glück, dass ein Querschläger von
Miroslav
Obdrzal nicht ins eigene Tor geht. Kurz darauf zappelt der Ball dann
aber doch im Netz. Beim dritten Eckball löst sich Bernhard
Hehenfelder von seinem Gegenspieler, köpft den Ball gegen den
Rasen, von wo dieser in einer Bogenlampe ins Tor geht. Die
Gäste
jubeln, der Schiedsrichter pfeift ab und die Spieler begeben sich auf
den Weg zu den Kabinen. Aus Sicht des TSV hätte es wohl keinen
schlimmeren Zeitpunkt für ein Gegentor geben können.
Im
zweiten Durchgang geht es dann weiter wie vor der Pause. Nun leichte
Vorteile für den ATSV, nennenswerte Torchancen resultieren
aber
nicht daraus. Neuhofer bringt dann mit Nermin Jahic einen neuen Spieler
aufs Feld, der über die linke Seite auch etwas mehr Druck
erzeugen
kann. Doch auch der TSV kommt nicht richtig zum Abschluss.
Für
das zweite Tor im Spiel muss also wieder eine Standardsituation
herhalten. Rafael Kurtulmus legt sich den Ball zurecht, tritt zum
Freistoß aus etwa 25 Metern Entfernung an. Sein scharfer
Schuss
scheint knapp neben das Tor zu gehen, Tormann Dobias wirft sich dennoch
ins Eck und wehrt ab. Sein Rettungsversuch misslingt jedoch, da der
Ball statt Richtung Corner-Fahne wieder ins Feld springt. Die
ATSV-Spieler reagieren schneller, gleich vier von ihnen laufen zum
Ball. Stefan Hörlesberger ist als erster zur Stelle und
schiebt
zum 2:0 für die Gäste ein. Etwa 30 Minuten sind noch
zu
spielen, die Heimischen scheinen aber wie paralysiert. Immer noch kein
Feuer zu sehen, das Spiel plätschert so dahin. Bezeichnend
auch,
dass der TSV über 90 Minuten keine einzige gelbe Karte
kassieren
wird. Ein Freistoß von Vidovic gibt aber wieder etwas
Hoffnung.
Seine Hereingabe findet mit Jahic einen Abnehmer. Doch ähnlich
wie
Reich in Halbzeit eins, verzieht auch dieser mit dem Kopf, der Ball
geht über das Tor. Nun machen die Gastgeber etwas auf,
versuchen
Chancen zu kreieren. Für den Gegner gibt es dadurch
natürlich
etwas mehr Platz, woraus die ein oder andere Chance resultiert. Tore
sollten aber keine mehr fallen. Nach 90 Minuten pfeift Schiedsrichter
David Schmidtbauer ab, die TSV'ler verziehen sich schnell in die
Kabinen, die ATSV'ler jubeln und feiern die Tabellenführung.
Später sind dann noch Jubelgesänge der Gäste
zu
hören, doch auch diesen scheint es an einstigem Feuer zu
fehlen.
Es war ein ruhiger Samstagnachmittag in Timelkam. Zu ruhig für
den
Geschmack vieler. Sie erinnern sich gerne an die Derbys aus vergangenen
Jahren zurück. Jenes aus der Herbstsaison 2011/12 wird wohl
nicht
lange in Erinnerung bleiben.
(Bericht Milan Vidovic)